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Kathedrale der Hll. Neumärtyrer und Bekenner Russlands in München

der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland

Taufe

Vorbereitung zur Taufe

Die Taufe der Kinder und Erwachsenen
Alle Fragen rund um das Thema Taufe. Vorbereitung zur Taufe,
Besprechung mit Eltern und Taufpaten, Auswahl des Termins.
Verantwortliche: Valeria Litvin, Tel. 089 / 12038877  und 0176 / 55408206 (Mo., Di., Do., Fr. von 15 bis 20 Uhr)

Namenskalender der Russisch-Orthodoxen Kirche

Einmalige Spende (das elektronische Formular auf unserer Internetseite auszufüllen - mit Zweckangabe)

In frühchristlicher Zeit wurde ein erwachsener Mensch nicht sofort zur Taufe zugelassen. Er wurde ein Jahr oder länger vorbereitet. Diejenigen, die sich auf die Taufe vorbereiteten, wurden Katechumenen genannt, da sie in den Glaubenswahrheiten unterrichtet wurden und es ihnen erlaubt war, an einigen Gottesdiensten und Riten der Kirche teilzunehmen. Heutzutage gibt es in der Kirche keine Regel, Erwachsene auf irgendeine streng festgelegte Art auf die Taufe vorzubereiten, so wie es auch keine Regel gibt, sie alle zusammen an einem Tag zu taufen (früher war ein solcher Tag vor dem Osterfest). Jeder Priester prüft gewissenhaft den Glauben und die Absicht des Taufwilligen. Wenn er findet, dass der Taufwerber noch nicht geeignet ist, das Sakrament zu empfangen, dass er keinen Glauben hat und etwa nur aus Neugier getauft werden will, kann und muss die Taufe aufgeschoben werden. Der Priester wird einen solchen Menschen zu einem Gespräch einladen und ihn auf die Aufnahme in die Kirche vorbereiten, indem er ihm die im Glaubensbekenntnis enthaltenen Wahrheiten erklärt. Was muss man für die Taufe vorbereiten?

Film Sakrament der Taufe

 

Das erste christliche Sakrament

Die Tradition, die Katechumenen (d.h. diejenigen, die sich auf die Heilige Taufe vorbereiten) im Gottesdienst vor der Osternacht - am Karsamstag - zu taufen, wurzelt in der Praxis der Urchristen. In den ersten christlichen Gemeinden durchliefen diejenigen, die in die orthodoxe Kirche aufgenommen werden wollten, ein Katechumenat, das mehrere Jahre dauern konnte. Es ging hier um die vertiefte Vorbereitung auf die Taufe. Die Grundlagen des christlich-orthodoxen Glaubens sollten kennengelernt, und die Praxis eines entsprechenden Lebens sollte gelebt werden.
Bis auf den heutigen Tag hören wir nach dem Gebet der Gemeinde für die Katechumenen, in unserer Liturgie den Ausruf: "Katechumenen, gehet hinaus. Alle Katechumenen gehet hinaus. Dass kein Katechumene bleibe!" Bis zu diesem Moment durften nämlich die noch Ungetauften in der Kirche gegenwärtig sein, um die Lesungen und die Predigt zu hören. Vor Beginn des Mysteriums mussten sie jedoch die Kirche verlassen haben. Beim Ausruf "Die Türen, die Türen, in Weisheit lasset uns aufmerken!" wurden damals  die Türen verschlossen. Dann erklang das Glaubensbekenntnis. Es folgte die Anamnese und Epiklese: der eucharistische Kanon und die Eucharistie.
Erst nach Vollendung der Vorbereitungszeit des Katechumenats also wurde das heilige Sakrament, das Mysterium der Taufe vollzogen. Diese Tradition wird in Stuttgart gepflegt: Das Katechumenat dauert mindestens die gesamte Große Fastenzeit, für viele aber auch wesentlich länger. Die Geistlichen und Katecheten widmen sich in dieser Zeit der Vorbereitung der Katechumenen. Schließlich, am Großen Samstag - am Tage der Sabbatruhe Christi im Grabe - folgt die Taufe:
Nach dem Wort des hl. Apostels Paulus, werden wir in der Taufe mit Christus begraben, um mit Ihm aufzuerstehen (Römer, Kap. 6). Die zum neuen Leben durch das Licht Christi Erleuchteten und Auferstandenen umschreiten das Taufbecken mit dem Gesang der Worte des Apostels: Alle, die ihr in Christus getauft seid, habt Christus angezogen (habt euch bekleidet mit Christus).

 

Uber das Sakrament der Taufe

Die Taufe ist das Sakrament, in dem der Gläubige durch dreimaliges Untertauchen in Wasser im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes für das fleischliche, sündige Leben stirbt und für das heilige Leben des Geistes geboren wird. Die Taufe wird nur einmal vollzogen, so wie der Mensch nur einmal geboren wird. Deshalb ist eine Wiederholung dieses Sakraments nicht zulässig, sogar wenn es von Nichtorthodoxen jedoch nach allen wesentlichen Regeln gespendet wurde. Das Sakrament der Taufe setzte der Herr selbst ein. Keine einzige christliche Konfession, sogar wenn eine solche fast alle orthodoxen Regeln ablehnt, verwirft die Notwendigkeit der Taufe. Von der Taufe wird im Evangelium klar als von einer notwendigen Bedingung für den Eintritt in die Kirche gesprochen. “Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird,kann er nicht in das Reich Gottes kommen” (Joh 3,5).

 

Was ist zur Taufe notwendig... (geistliche und praktische Handreichung)

Taufpaten: Säuglinge und Kinder können nur dann getauft werden, wenn es christliche Erzieher gibt, die dem Kind den Glauben vermitteln, denn die Geistliche Geburt soll ja nicht mit dem Tod des Geistes enden, sondern zu einem Leben im Geiste führen. Ohne den Glauben aber –und d.h. auch ohne die Treue zum Wort Gottes – würde die eigene Taufe oder die Taufe eines fremden Kindes, so "auf die leichte Schulter genommen" zum eigenen Schaden, sei es auch nur aus purem Leichtsinn zur Gotteslästerung. Bei der Taufe geht es um Tod und Auferstehung - die wichtigsten Dimensionen unseres Lebens, und entsprechend sollte auch die Einstellung dem Sakrament gegenüber sein. Es geht hier keineswegs um "irgendein Ritual", sondern um unser eigenes geistliches Leben.

Nach der Lehre der Kirche werden die Eltern im letzten Gericht vor Gott Antwort geben dafür, wie sie ihre Kinder erzogen haben. Daher ist die christliche Erziehung der Kinder auch eine Frage des Seelenheils der Eltern. Die Eltern sollen ihr Kind so früh wie möglich taufen, und von da an mit dem Kind regelmäßig in die Kirche kommen. Es ist eine Besonderheit der Orthodoxie unter den christlichen Konfessionen, dass bereits die Säuglinge an der Heiligen Kommunion teilnehmen – das deshalb, weil sie als vollgültige Personen vor Gott angesehen werden. Kleinkinder sind offen für Gott und das Heilige, und es gibt keinerlei Grund, sie aus dem Lebensvollzug der Kirche auszuschließen. Christus sagte: "lasst die Kinder zu mir kommen" (Lukas 15, 15-17). Die kindliche Lebenserfahrung ist eine Grundlage für das gesamte Leben. Und die Gegenwart im Gotteshaus vermittelt die Atmosphäre des Heiligtums. Auf die Fragen, die unbedingt kommen, sollen die Eltern Antworten geben. Die Eltern sollen auch für ihre Kinder beten und mit ihren Kindern beten, ihnen die Gottesverehrung und die Grundlagen des Glaubens in ihre offenen Herzen legen.

Die Sache der Erwachsenen ist es, mit der ganzen Seele, den Wertungen und der eigenen Lebensweise dem Kind die christliche Weltsicht, dass Gottesempfinden und die dem entsprechende seelische Einstellung zu übermitteln. Daher ist es für die Erwachsenen (sowohl die Eltern als auch die Taufpaten) notwendig, dass sie sich vorbereiten, zu dem Gespräch mit dem Priester kommen – auch zu dem vor dem Kreuz und dem Evangelium, das Beichte (siehe: Sakramente) heißt, und dann möglichst bald darauf, bei der nächsten Liturgie, wenn das Kind die Kommunion empfängt, ebenfalls aus dem Kelch Christi die Heiligen Gaben empfangen.

Taufpaten: Ein(e) Taufpate/-in ist keineswegs einfach eine "nette Person", ein "lieber Mensch", "unser bester Freund, unsere beste Freundin". Taufpaten sind Menschen, denen die Kirche nicht fremd ist, die in der Kirche nicht Fremde sind, sondern integriert. Sie sollen ja zu dieser Integration beitragen. Und in der Tat, das ist heute deshalb ein Problem, weil es zu wenige solcher Menschen gibt. nun gut, was noch nicht ist kann ja werden...

Heißt es aber: "wir wollen keine Fremden als Taufpaten", dann bedeutet das eher: dieses "wir" ist der Kirche noch fremd. Die Taufpaten bürgen für das Leben des Kindes in der Kirche und für seinen Glauben mit ihrem eigenen Gebet und Glauben. Daher können die Taufpaten nicht einen anderen Glauben vertreten. Muslime könnten ja nicht für den Glauben eines Juden sich verbürgen, selbst wenn der Islam beansprucht, den wahren Glauben des Noah des Abraham und des Moses zu vertreten. Wie sollten Katholiken für den Protestantismus eines Protestanten sich verbürgen, oder ein Protestant für den wahren Katholizismus des Katholiken? Bei einer orthodoxen Taufe bekennt sich der Taufpate zum orthodoxen Glauben, indem er das unveränderte Glaubensbekenntnis der Kirche liest (das katholische wie das evangelische Glaubensbekenntnis ist ein verändertes). Ein orthodoxer Taufpate muss entsprechend selbst orthodox getauft sein.

Die Verantwortung, die die Eltern und die Taufpaten bei der Taufe eines Kindes übernehmen, kann und soll ein Fortschritt in ihrem eigenen Glauben sein. Die Taufpaten wie die Eltern können und sollen in ihrem Glauben wachsen. Sie sollen spätestens von nun an zur Heiligen Kommunion kommen und die Kinder zu diesem Sakrament bringen, sie mit sieben Jahren zur Beichte führen. Eltern und Taufpaten sind erwachsene Bezugspersonen für das Kind – deshalb respektieren Sie die Einzigartigkeit der Person des Kindes, und wachsen selbst dadurch in der Erkenntnis Gottes.

Die Taufe ist kein magischer Akt, mit dem irgendwelche Erwartungen irdischen Glücks und der Gesundheit verbunden sind. Die Taufe eröffnet den Weg zum ewigen Leben im Guten. Christus sagt: "Niemand ist gut als Gott allein" (Lukas 18, 18-19). Durch die Taufe wählen wir das Königreich des Guten und des Lichtes, weshalb sie auch Erleuchtung heißt (griechisch: Photismos). Wenn Gott, der da sprach "es werde Licht", daraufhin das Licht von der Finsternis trennte, so ist dies auch die Aufgabe des Christen, der an den Werken Gottes in dieser Welt teilnimmt, indem er Böses vom Guten unterscheidet und das Gute wählt.

Deshalb ist es auch so wichtig, das Sakrament der Taufe zu ehren und klar zu erkennen, dass hier über alles Irdische hinaus die ewige Wahrheit durch Christus Selbst vollzogen wird, dem dieses Taufwasser eigen ist, angeeignet wird durch die der Taufe vorangehende Wasserweihe. Hier ist Neuschöpfung in Christus und eine neue Perspektive des Lebens über jeglichen Tod hinaus – der Sieg Christi über den Tod, der Auferstehung heißt. Ob Kind oder Erwachsener – hineingeboren in die Auferstehung mit dem Herrn sollen wir dementsprechend unser Leben gestalten und weiter führen in der lebendigen Gemeinschaft mit dem Heiland.

 

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